Montag, 15. August 2016

Nusa Penida

Nusa Penida 

Eingang zum Höhlentempel in Giri Putri
ist eine versteckte Perle in Balis Schatten und unglaublich einzigartig und geheimnisvoll. Abseits des großen Touristenstromes liegt die gut 300 Quadratkilometer große Insel Nusa Penida.  Trotz wunderschöner weißer Sandstrände ist die Insel bisher noch nicht vom Tourismus erschlossen, entsprechend wenig entwickelt ist die touristische Infrastruktur von Straßen bis hin zu Restaurants oder Unterkünften. Für Balinesen stellt die Insel einen ihrer wichtigsten Pilgerorte dar. Nusa Penida selber gehört zu Bali und in alter Zeit wurden hierher unliebsame und aufrührerrische Balinesen als Gefangene deportiert und auch Magier der schwarzen Magie wurden hierher entsorgt. Der Insel sprechen die Balinesen daher auch eine besondere Magie zu. Nusa Penida ist in den Augen der Einheimischen Balinesen das Reich des Dämonenkönigs Ratu Gede Mecaling, der über ein Heer von bösen Meeresgeistern gebietet. Daher bringt die Bootsbesatzung bei den hier durchgeführten Tauchgängen auch immer Blütenofferings mit, um sie den Meeresgeistern zu übergeben. Durch seine Insellage und der Abgeschnittenheit vom balinesischen Festland, entwickelte sich die hinduistische Kultur hier ein wenig anders. Nusa Penida ist ein Kalksteinplateau, das sich bis zu 529 Meter über dem Meeresspiegel erhebt. Mit eher kahlen Bergrücken und durch Regenmangel auch eher spärlicher Vegetation bildet die Insel einen Kontrast zum fruchtbaren grünen Eiland Bali. Nusa Penida wird kaum agrarisch genutzt, da die Karstböden sehr wasserdurchlässig sind. Daher leben die ca. 45000 Einheimischen zumeist vom Fischfang und sind eher arm. Aber dieser Fischreichtum hat hier eine atemberaubende Fülle hervorgebracht. Was die Natur hier unter und über Wasser bietet ist ein Traum und abseits der Touristenorte Balis findet man hier noch ein Stück weit Robinson Cruso Paradies vor. Was der Reisende hier erlebt und welch eine atemberaubende Natur er vorfindet ist kaum zu glauben!
Höhlensee in Giri Putri - Amed Scuba Bali
Eine kurze Weile bereisten wir die kleine Insel der Dämonen und wurden jeden Tag aufs Neue mit Staunen zurückgelassen. Statt Reisanbau findet der Reisende hier eher Mais, Süßkartoffeln und Sojabohnen vor. Auch Seetang und Algen werden hier kultiviert und man kann den Einheimischen bei der Ernte zusehen. Da es kaum Grundwasser gibt, bewässern die Einheimischen ihre Felder mit Wasser aus Betonzisternen. Regenwasser wird darin gespeichert.
Für mich stellt die Insel eines der größte Highlight von Bali dar. So viel Einzigartiges in dieser kurzen Zeit erlebe ich nicht so schnell auf unseren interessanten Bali Touren mit Amed Scuba.
Und so hoffe ich, auch Euch wird die kleine Insel an der Ostküste Balis verzaubern und in ihren Bann ziehen! Ein paar meiner persönlichen Highlights möchte ich Euch hier vorstellen, aber die Insel bietet so viel mehr!


  Goa Giri Putri Höhlentemple
Goa Giri Putri - Amed Scuba Tauchreise auf Bali
Wart ihr schon mal in einem Tempel, der sich innerhalb einer riesigen Höhle befindet? Nein? Ich auch nicht, bis ich mit meinen Freunden vom Tauchzentrum Amed Scuba auf  Nusa Penida die Goa Giri Putri besuchte. Diese Höhle ist pure Magie. Ein verzauberter Ort, der mystisch den Hindus als geheimer Zeremonienort dient. Kultur und Natur vereinen sich hier! Und die Hindu Religion wird hier auf besondere Art zelebriert, da sie Höhle den Geistern und Dämonen der Balinesen gewidment ist, denen es besonders zu begegnen gilt, um nicht einem bösen Zauber ausgesetzt zu werden. Für mich bis heute eines der Höhepunkte meiner Bali Touren, der noch immer eine leichte Gänsehaut beim Erinnern aufkommen lässt. Wie bei Indiana Jones erlebte ich ein kleines atemberaubendes Abenteuer bereits beim Einstieg in den Höhlentemple. Die Tempelhöhle darf nur mit Sarong, dem dazugehörigen Tempelschal und bedeckten Schultern durchwandert werden, da sie eines der höchsten und wichtigsten Heiligtümer der Balinesen darstellt. Überraschend unaufdringlich wird der Reisende hier in Empfang genommen und abseits der Touristenrouten Willkommen geheißen.
Der Eingang ist ein ganz schmales Loch und befindet sich zwischen ein paar Felsen hinter einem unscheinbaren hinduistischen Tempel. Im Inneren wird man dann
plötzlich von gigantischen Höhlenwänden fast erschlagen, wenn sich der schmale Gang in die Höhle hinein öffnet.
Eingang Goa Giri Putri - Amed Scuba
Die Atmosphäre der Höhle, die ihr von Anfang bis zu ihrem Ende durchlauft, ist kaum zu beschreiben, überall stehen kleine Altäre, hinduistische Statuen, Symbole und hinduistische Priester an bunten kleinen Tempeln, die in schwaches Licht getaucht sind und sofort hat man den aromatischen Geruch von würzigen Räucherstäbchen in der Nase. Ein unglaublich magisches und mystisches Erlebis ist es, die Höhle zu erwandern und Seitengänge mit hinduistischen Statuen und kleinen Höhlenseen zu entdecken.
Ihr müsst das selbst erleben! Dieses Gefühl in Worte zu fassen ist einfach nicht möglich.
Eingang zum Höhlentempel von Nusa Penida
Beim Eingang und Ausgang solltet ihr außerdem eine kleine Spende hinterlassen. Der Eintritt ist nicht hoch, hilft den Balinesen aber, Ihr wundervolles Heiligtum zu erhalten. Als Geschenk erhaltet Ihr am Ausgang der Höhle ein Glücksarmband aus drei Farben Wolle (schwarz, rot und weiß) und werdet mit geweihtem Wasser vom Priester der Mildtätigkeit und des Mitgefühls beträufelt. Das Armband solltet ihr solange am Handgelenk tragen bis es von selbst abfällt. Zumindest verlangt das der hinduistische Glaube vor Ort.
Ausgangstempel Giri Putri

Auf Nusa Penida wartet bereits ein Transportmittel zur Weiterfahrt. Denn wir wollen diesen Tag auf der Insel verbringen und ihre größte Sehenswürdigkeit besichtigen. Unser Chauffeur kennt sich auf den schlechten und engen Straßen der Insel gut aus und wir fahren entlang der Küste und ihren im Meer befindlichen Ager Ager Plantagen zu Nusa Penidas wohl interessantestem Tempel - Giri Putri.
Um den Eingang dieses heiligen hinduistischen Tempelkomplexes zu erreichen, erklimmen wir zunächst einige ungleichmäßige und recht hohe Stufen. Der Pilger erreicht auf der Spitze eine kleine Öffnung zwischen den Felsen und wir lassen uns vorsichtig hineingleiten in den Einstieg der 262 Meter langen heiligen Höhle. Am Höhleneingang, bewacht von einem hinduistischen Priester, befindet sich der erste Schrein, der die drei Personifikationen von Siva symblolisiert und ein für Hindus heiliges Relikt vom Elefantengott Ganesha beherbergt. Ganesha ist der Sohn von Shiva und Pavati und gilt den Hindus als Überwinder aller Hindernisse. Die Ganesha Figur besitzt einen menschlichen Körper auf dem ein Elefantenkopf thront.
Als Shiva nach langer Reise zu seiner Frau Pavati heimkehrt, die gerade im Bade weilt, verweigert ein junger Mann Shiva den Eintritt zum Bade
seiner Ehefrau. Shiva, der seinen Sohn nicht erkennt, schlägt ihm den Kopf ab, woraufhin die entsetzte Mutter ihren Ehemann aufklärt. Nach erfolgloser Suche nach dem Schädel seines Sohnes, läuft Shiva ein Elefant über dem Weg, dem er sogleich den Kopf abschlägt und seinem Sohn aufsetzt. Auf diese Weise erhielt Ganesha seinen Elefantenkopf, der ihn zum Überwinder aller Hindernisse werden lässt. Die Ödipus Geschichte einmal anders herum erzählt!
Der schmale Eingang der Höhle Giri Putri ist eine im Durchmesser ungefähr 70 cm große Öffnung im Fels, in die man sich einzeln hindurch zwängen muss. Passiert man diesen Höhlenmund und den darauf folgenden flachen Tunnel, eröffnet sich dem Betrachter ein atemberaubend schöner Anblick, wenn sich vor ihm eine riesige Höhle öffnet, deren Durchmesser sicherlich um die 60 Meter misst.
Höhlensee in Giri Putri - Amed Scuba
Weißer Sandstrand von Nusa Penida - Amed Scuba Tauchreise
Die Höhlendeckenstruktur weißt scharfe Stalaktiten auf und beherbergt tausende von Fledermäusen. Der Höhlenboden hingegen ist gefüllt mit großen Felsenblöcken. Entspannt kann man von Schrein zu Schrein zwischen ummantelten Felsenblöcken und an einem Höhlensee entlang wandern. Die Balinesen bitten hier um Erfolg, Reichtum und Glück in ihrem Leben und dass das Gute und das Böse im Ausgleich gehalten wird und eine Balance im Leben existiert. Der zweite Schrein des Höhlentempels ist Ratu Gede Nusa geweiht, dem historisch überlieferten Herrscher von Nusa Penida, der den König der Dämonen und der bösen Geister darstellt und über Penida herrschte. Er ist der Patron der Balinesischen Hexen und verbreitet Leiden und Krankheiten. Dieser Herrscher muss von den Balinesen durch Opfer gnädig gestimmt werden, damit nichts Böses passiert. Gut und Böse müssen in Bali im Ausgleich gehalten werden, daher muss nach Ansicht der Balinesen auch zum Bösen gebetet werden, aus Respekt und damit diese einen verschonen und vor Unglück bewahren. Entlang von verschiedenen Schreinen durchwandern wir die Höhle. Der Giri Putri Tempel endet in einer kleinen grünen Schlucht, wo unser Fahrer bereits auf uns wartet.


Tauchen und Schnorcheln auf Nusa Penida
Tauchen mit Amed Scuba in Bali

Nusa Penida hat neben Amed, Tulamben und Menjangen die besten Schnorchelgebiete in Bali und vielleicht sogar in ganz Südostasien. Tauchend bin ich schon nicht nur in Asien herrumgekommen und für mich persönlich waren die Gebiete rund um Nusa Penida und Amed mit die Schönsten, die ich in Südostasien gesehen habe, was auch der Strömung zu verdanken ist, die sich hier um die Insel bildet, da der zwischen Bali und Lombok verengte Strom eine weitere Verengung zwischen den Inseln Nusa Penida und Nusa Lembongan erfährt und mit einer unglaublichen Geschwindigkeit vorbeizieht.
Wir finden diese versteckten Perlen im Südosten Balis inmitten der Straße von Lombok, die Bali von Lombok durch einen tiefen Wassergraben scheidet. Gleichzeitig bildet diese sogenannte Wallace Linie eine geographische Trennlinie zwischen der australischen und eurasischen Platte, die deren Tier- und Pflanzenwelt voneinander abgrenzt. In Folge zeichnet sich die Unterwasserwelt durch besonderen Artenreichtum aus. Die Meeresströmung kann hier teilweise recht heftig und kühl sein, denn es fließen riesige Wassermassen vom Pazifik in den Indischen Ozean und bringen Nährstoffreiches Wasser mit sich.
Manta in Nusa Penida - Amed Scuba Tauchreise
sitzen bereits im Bus, der uns zu unserem Schnellboot und damit zu einem von Balis berühmtesten Tauchplätzen bringen soll. Nusa Penida, Nusa Caningan und Nusa Lembongan.
Nusa Penida ist heute unser Ziel, denn wir wollen Mondfische und Mantas sehen und die Insel selbst ein wenig erkunden. Die Tauchplätze in Nusa Penida sind berühmt für ihre an der Südspitze der Insel anzutreffenden Manta Putzerstationen, in denen regelmäßig Teufelsrochen anzutreffen sind. Von Juni bis Oktober lassen sich in den Buchten der Insel ebenfalls Mondfische - Mola molas - sichten. Mondfische gehören zur Familie der Kugelfische und sind mit einer Größe von bis zu drei Metern die größten lebenden Knochenfische der Erde. Trotz ihrer Größe haben Mondfische nur einen
Mola Mola in Chrystal Bay - Amed Scuba Tauchreise
kleinen Mund, mit dem sie zum Beispiel Quallen als Nahrung einsaugen. Normalerweise leben Mola molas im kalten Wasser und oftmals in großen Tiefen, jedoch tauchen sie regelmäßig in Bali bei Nusa Penida und bei Candi Dasa bei den Inseln Tepekong, Mimpang und Biaha auf, um sich dort an bestimmten Plätzen reinigen zu lassen. Die Putzerstation von Chrystal Bay befindet sich in ca. 40 Meer Tiefe und die Strömung kann in dieser Bucht recht heftig werden, darüber wurden wir bereits im Vorfeld von unserer Tauchschule informiert. Die Tauchgänge werden nur erfahrenen Tauchern erlaubt und getaucht wird früh am Morgen bei auflaufender Flut. Nur ein bis zwei Taucher sind mit einem Divemaster unterwegs, welcher die Plätze sehr gut kennt. Eine Rückwärtsrolle und mein Atem stockt, denn das Wasser ist hier wirklich eisig, verglichen mit den warmen Plätzen von Amed und Tulamben. Im Juli kann die Wassertemperatur schon mal auf 19 Grad fallen, berichtet
Tauche in Bali mit Amed Scuba
uns unser Instruktor, der sich vorsichtig im kristallklaren Wasser der Bucht in die Tiefe vortastet. Die Zeit ist in dieer Tiefe knapp bemessen. Tong tong, erklingt der Stab am Tank unseres Gruppenleiters. Und die ersehnten Mondfische tauchen direkt vor uns an einer Steingruppe in ca. 45 Meter Tiefe auf. Es ist kaum zu glauben, wie riesig sie sind und wie klein ein Mensch neben ihnen aussieht. Unsere erhofften Fotos schießen wir, als wir unserem Diveguide bis in 35 Meter Tiefe - dicht an der Wand bleibend - folgen. Hier wachsen viele schöne und intakte Hartkorallen im oftmals strömungsreichem Wasser. Wir haben Glück, denn lange Zeit ist uns in der großen Tiefe nicht beschert, aber beim Sicherheitsstop in nur fünf Meter Tiefe taucht noch einmal einer dieser Riesen direkt vor uns auf und lässt sich zum Abschied mit der Kamera ablichten.
Mondfisch in der Putzerstation - Amed Scuba Tauchreise
Entlang von hoch aufsteigenden Kalksteinfelsen an der Südküste von Nusa Penida fahren wir zu unserem zweiten Tauchplatz, der uns in nur maximal 15 Meter Tiefe Mantas schenken soll. Als wir am Tauchplatz ankommen, können wir die Giganten bereits direkt an der Wasseroberfläche entlang schwimmen sehen. Es hält uns kaum an Bord. Ungeduldig würden wir am liebsten sofort ins Wasser springen, aber unser Diveguide weißt uns in seinem Briefing noch einmal darauf hin, dass die sensitiven Tiere nicht berührt werden dürfen auch wenn sie sehr dicht an einem vorbeischwimmen. Und dann ist es endlich so weit. Bereits beim Abtauchen sehen wir die ersten Mantas neugierig um uns her kreisen. Wer beobachtet hier eigentlich wen? Mit ihren sieben Metern Spannbreite schwimmen die Riesen in ihrem schwarzen Galaanzug elegant um uns herum. Ich fühle mich unendlich glücklich und drehe mich im Wasser. Werde ich hier etwa imitiert, frage ich mich, als der Manta mir in der Bewegung folgt. Und es beginnt ein kleiner Tanz mit den am Bauch recht unterschiedlich gefärbten Tieren, die scheinbar ebenso viel Spaß an den Tauchern haben wie wir an ihnen. Immer wieder nähern sie sich und drehen umeinander und um uns herum und filtrieren dabei noch Plankton aus dem Wasser. Zwei unglaublich beeindruckende Tauchgänge!
Das Tauchen an den Inseln sollte man nicht verpassen, aber ich verstehe heute auch besser, warum der Bootsmad während der Fahrt kleine Blumenopfer in das Meer entlässt. Sicherlich auch, um die Dämonen der Strömung gütig zu stimmen und für die göttlichen Geschöpfe, mit denen wir auf unseren Tauchgänge belohnt wurden.
Mondfisch in Nusa Penida - Amed Scuba Rundreise
Das Fastboot bringt uns nach PED in den Norden von Nusa Penida, wo wir einen unserer drei Tauchgang des Tages entlang eines flach in große Tiefen abfallenden und wundervoll mit Korallen bewachsenen Hanges starten. Wir driften entspannt entlang von fantastischen bunten
Schildkröte auf Nusa Penida - Amed Scuba
Korallenformationen. Unter einer Tischkoralle entdecken wir eine riesige Schildkröte. Sepien und Oktopusse tarnten sich in den sehr gut erhaltenen Korallen und eine schwarz-weiß gestreifte Seeschlange schlängelt sich gemächlich zwischen den Korallen hin und her. Das Boot folgt uns in der Strömung und nimmt uns am Ende des Tauchganges wieder sicher auf. 
Es gibt so viele versteckte einsame Buchten mit weißem Strand rund um die Insel Nusa Penida, die man kletternd von Land aus oder mit kleinen lokalen Booten erreichen kann und wo das Leben über und unter Wasser verzaubert. Neben den „normalen“ Schnorchelgebieten gibt es auch noch den Manta Point und die Mondfischbucht mit kristallklarem Wasser (Chrystal Bay)
Hier könnt ihr riesige Mantarochen wirklich hautnah sogar beim Schnorcheln in geringer Tiefe erleben und das sogar mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit. Stellt euch vor, ihr taucht unter Wasser und das erste was ihr seht, sind diese gigantischen bis zu 7 Meter großen und friedlichen Planktonfresser die majestätisch und äußersts elegant unter euch vorbei gleiten.

Menschenleere Strände

Touristisch erschlossen ist Nusa Penida trotz wunderschöner weißer Sandstrände hingegen noch
Menschenleere Weiße  Sandstrände - Amed Scuba
nicht. Für Balinesen stellt die Insel einen ihrer wichtigsten Pilgerorte dar. Die Insel Nusa Penida selber gehört zu Bali und in alter Zeit wurden hierher unliebsame und aufrührerrische Balinesen als Gefangene deportiert. Der Insel sprechen die Balinesen daher auch eine besondere Magie zu. Da es auf Nusa Penida noch so gut wie keinen Tourismus gibt, sind die weißen Sandstrände dementsprechend menschenleer und traumhaft einsam. Allerdings muss man für einige dieser einsamen weißen Sandstrände einen mehr oder weniger beschwerlichen Weg in Kauf nehmen, wo man ganz schön ins Schwitzen kommen kann.

Chrystal Bay

Die Ausnahme stellt allerdings die Crystal Bay dar. Einfach mit dem Motorroller erreichbar, gesäumt von kleinen Restaurants, kann man bis zum Strand fahren ohne einen anstrengenden Fußmarsch hinzulegen. Die Crystal Bay ist unglaublich schön. Dafür ist man aber nicht komplett allein. Von hier aus kann man in die wunderschöne Bucht hinein schnorcheln oder Tauchen. Durch die kalte Strömung findet man hier leicht eine Abkühlung und auch ein paar Boote mit Schnorchlern tauchen hier auf, um Mondfische zu betrachten und im kristallklaren Wasser der Bucht die Unterwasserwelt zu bestaunen.
Crystal Bay ist bekannt für seine sehr starke Strömung. Abhängig von den Gezeiten können sich hier die Tauchbedingungen sehr schnell ändern und sind daher nur erfahrenen Tauchern zu empfehlen. Es sollte um den Gezeitenhöchststand getaucht werden, um der starken Strömung ein wenig auszuweichen. Bei einem negativen Einstieg tauchen wir ohne Verzögerung zu einem Felsen der in der Mitte der Bucht befindlichen kleinen Insel hinab, der uns Tauchern Strömungsschatten bietet und im kristallklaren Wasser eine unglaubliche Unterwasserwelt eröffnet.

Billabong

Die gebrochene Brücke liegt direkt in fußnähe neben dem Angels Bilabong. Hier öffnet sich ein riesiges, kreisrundes Loch, welches sich mitten in der Landschaft befindet und mit Meerwasser gefüllt ist. Das Meerwasser selbst wird durch ein offenes weites Loch in der Felswand, das von einer Brücke überspannt ist, immer wieder in den Billabong hinein gespühlt. Immer wieder spühlt eine weiter Welle frisches Meerwasser in den Kessel. Vor dem Eingang tummeln sich riesige Mantarochen, die man von der Oberfläche aus beobachten kann. Ein wunderschönes verzauberndes Spektakel. Baden gehen sollte man hier allerdings nicht, da die Dünnung und Strömung extrem stark sein kann und die Wellen einen auf die Felswände drücken können. Ein Aufstieg aus dem inneren des Kessels ist nicht möglich. 
Wie man auf den Bildern erkennen kannst, ist das Wasser unnatürlich türkis und das Loch wirklich riesig. Eines von vielen Naturwundern auf Nusa Penida! Nur ca. fünf Minuten Fußweg entfernt findet sich der Angels Billabong. Ein bezaubernt schöner Ort, der hingegen zum Baden einlädt. Farbenfroh leuchtet der surreal geformt und gefärbte Steinboden des großen natürlichen "Infinity Pool", von dessen Ende man direkt ins offene Meer hinein träumen kann. Problemlos baden kann man, wenn das Wetter und die See sehr ruhig sind. Jedoch sollte man auf die Empfehlung von Einheimischen hören, denn hier sind bereits Menschen in die offene See gespühlt worden und eine Rückkehr ist so gut wie unmöglich, da sich eine weiße Sandsteilküste entlang der südlichen Seite der Insel erhebt.


Der Tempelwald mit steilem Abstieg zu den heiligen Naturquellpools

An der Südküste der Insel befindet sich der Tempelwald mit einem sehr steilen Abstieb zu den heiligen Naturquellen. Da Penida nur über sehr wenig Süßwassserquellen verfügt, ist dieser Platz direkt am Meer den Balinesen heilig! Obwohl beschwerlich im Abstieg, wird der Reisende belohnt mit atemberaubend schöner und spektakulärer Steilklippenformation, die über 200 Meter abfällt und einen atemberaubend schönen Blick auf das heranbrandende Meer freigibt. Südlich von Sebuluh führt ein schwindelerregend steiler Stufenpfad aus Bambus und Holz zur Küste hinunter. Schwindelfrei sollte man schon sein, denn die Treppen verbergen nicht, wie weit es darunter abwärts geht. Am Fuße der Klippen findet man die Süßwasserbecken. Sie sind heilig und daher nicht zum Baden da. Die Füße sollte man nicht hinein halten, denn das würde die Gläubigen verletzen!
Der Templing Forest ist ein riesiger alter Naturwald auf der trockenen Insel und daher etwas ausgesprochen Besonderes und ein magischer Ort, nicht nur in den Augen der Einheimischen. Riesige Bämue säumen den Weg
  

Tempelnacht in Pura Dalem

Unvergesslich!!! Westlich der Inselhauptstadt Sampalan liegt bei Toyapakeh das Heiligtum Pura Dalem Penataran Ped. Es handelt sich hierbei um einen Tempelkomplex von mehreren Einzeltempeln, die im Uhrzeigersinn von Gläubigen in der Nacht betend umrundet werden. Der Schrein, den ein rechteckiger Teich umgibt, ist dem Höllenfürsten geweiht. Zu diesem Unterwelttempel, der als Zentrum der schwarzen Magie in Bali angesehen wird, pilgern Balinesen, um mit Opfern Ratu Gede Mecaling zu beschwichtigen. Übernachtet wird in der Gruppe im Tempel. Unterlagen stehen zur Verfügung, Decken sollte man sich selber mitbringen, so man mit den Einheimischen zusammen die Nacht verbringen möchte. In der Nähe befinden sich jedoch auch Unterkünfte. Eine Nacht mit den betenden Balinesen zusammen zu verbringen, ist wirklich sehr mystisch und ein unvergleichliches Erlebnis!