Dienstag, 2. Dezember 2014

Tarnung im Riff

Tarnung hat eine große Bedeutung im Tierreich
Tarnung ist eine der effektivsten Anpassungstechniken, die das Überleben der Art sichern. Alle Beteiligten streben dasselbe Ziel an, sowohl der Jäger als auch der Gejagte wollen nicht entdeckt werden. Lieblingsobjekt vieler erfahrener Unterwasserfotografen ist der größte Verwandlungskünstler der Tierwelt, der seltene Mimik Oktopus. Erstmals aufmerksam auf den langarmigen Kopffüßler wurde die Wissenschaft durch einen Beitrag von Mark D. Norman, Julian Finn und Tom Tregenza. In diesem Artikel berichten die Forscher über einen vermutlich bislang wissenschaftlich unbekannten Kraken vor der Küste von Malaysia der in der Lage war, diverse Lebewesen des Meeres durch Form- und Farbveränderung perfekt zu imitieren. Filme bei youtube zeigen den Mimik Oktopus bei seinen Verwandlungen in eine Seeschlange, eine Flunder, eine Nacktschnecke oder einen Feuerfisch. Diese Veränderungen stellen der Meinung der Forscher nach eine variable Form der Mimikry dar, was im Tierreich einmalig ist. Bisher wurde der Einsatz des oben erwähnten Mimikry nur zur Flucht oder zur Abschreckung eventueller Gegner beobachtet. Erstmals wurde diese Form der Tarnung bei Kraken beobachtet, die sich durch Änderung der Hautfarbe und -form einer Kokosnuss anglichen (Coconut Octopus).Im Laufer der Evolution bildeten die Tiere verschiedenste Techniken zur Tarnung aus, die exemplarisch anhand von Beispielen näher illustriert, beschrieben und erklärt werden sollen. 
Echter Steinfisch (Synanceia verrucosa), Amed, Bali
Ein gutes Beispiel für Tarnung ist der echte Steinfisch Synanceia verrucosa. Er verschmilzt förmlich mit seiner Umgebung und wird selber zum unbeweglichen Stein. Er passt sein Verhalten und sein Aussehen einem Stein an und ist kaum von seiner Umgebung zu unterscheiden! Massig und kompakt, mit seinem unregelmößigen Köper, der oft mit Algen und anderen Krustentieren übersät sein kann, ähnelt der Steinfisch einem bewachsenen Korallenblock.
Schaukelfisch in Amed
Tarnung ist eine der effektivsten Anpassungsmöglichkeiten, die das Überleben der Art in Balis Riffen sichern. Alle Beteiligten  streben dasselbe Ziel an, nicht gesehen zu werden. Das klassische Beispiel  für Tarnung ist der Echte Steinfisch (Synanceia verrucosa), der ein Meister in der Kunst ist, durch Färbung und Verhalten vollkommen mit seiner Umgebung zu verschmelzen. Massig und kompakt, mit einem unregelmässigen Körper, der mit Algen und anderen Organismen übersät sein kann, ähnelt der Steinfisch einenem bewachsenen Korallenfels. Seine Tarnung wird durch seine totale Bewegungslosigkeit unterstützt.
Die Körperzeichnung und Körperfärbung der Tiere ist ein faszinierendes Thema und Riffbewohner sind darin keine Ausnahme. Visuelle Eindrücke, Farbe und Form, spielen für das Überleben eine bedeutende Rolle. Dabei ist zu betonen, dass die Färbung der Tiere nicht losgelöst von anderen Elementen der Fischbiologie betrachtet werden kann. Gesichert ist, dass Farbe eine wichtige Rolle bei Verteidigungsmechanismen und Angriffsmechanismen spielen, aber auch bei der Fortpflanzung, bei der innerartlichen Kommunikation und bei territiorianlen Auseinandersetzungen. Die Vielfalt der Komplexität der beteiligten Faktoren macht eine eindeutige Erklärung oft schwierig. In der oberflächen nahen, hauptsächlich vom Licht dominierten Unterwasserwelt wird verständlich, welch wichtige Rolle Farben spielen, ganz besonders, wenn diese der Tarnung dienen. Ob zur Jagd oder zur Verteidigung.
Krokodielsfisch im Japanischen Schiffswrack Amed, Bali
Man muss dem Steinfisch schon sehr nahekommen und ihm zeigen, dass er entdeckt worden ist, bevor er abrupt und verärgert davonschwimmt. Dieselbe Technik wird von Skorpionsfischen (Scorpaenopsis sp. ), Anglerfischen, Krokodielsfischen und Seezungen angewandt. Die erfolgreiche Tarnung der Seezungen ruht nicht nur auf der Fähigkeit, sich in den Sand einzugraben. Durch den Besitz hochspezalisierter Hauzellen, den Chromatophoren, kann die Seezunge ihre Farbe der jeweiligen Bodenbeschaffenheit anpassen.
e-mail: halloscuba@yahoo.com

Ebenso geschickte Verwandlungskünstler sind die Kraken, die sich durch plötzliche Farbwechsel unsichtbar machen und ihre Körperoberfläche so verändern können, dass sie sandige, felsig oder algig erscheint. Dabei ändert sich nicht nur die Farbe, sonder n auch die Struktur der Haut, die eine feine Körnung aufweisen kann oder wirkt, als ob sie bewachsen sei.
Sogar unscheinbar gefärbte Fische wie die grossen Raubfische des offenen Meeres Stachelmakrelen, Thunfisch, Haie besitzen eine Faerbung, die perfekt zu ihrem Lebensraum passt. Das Phänomen der Gegenschattierung /bläulichschwarze Rücken und silbrigweisse Bäuche machen diese Fische nahezu unsichtbar, wenn man sie im freien Wasser sieht, von oben oder unten betrachtet. Entweder vermischt sich ihre Farbe mit der Dunkelheit aus derTiefe oder mit dem Licht, das von oben einfällt.

Krake (Octopus macropus)

Büschelbarsch (Oxycirrhites typus) Bali, Tulamben
Tarnung besteht jedoch nicht nur darin, der Umwelt zu ähneln. Es wird auch versucht, den Körper mittels somatolytischer Zeichnungen unscheinbar zu machen, ihn mittels Flecken, Bänder und Streifen aufzulösen. So wird das Auge des möglichen Feindes, Jägers oder auch Tauchers getäuscht und er kann das Gesamtbild des Tieres nicht wahrnehmen. Die auffallenden Zeichnungen verwirren das Auge, lassen Körperbereiche isoliert wirken und tauschen eine grössere Silhouette vor, als der Fischköper tatsächlich besitzt. Somit dienen die leuchtenden Farben und kontrastreichen Muster, die auf uns Menschen wie Werbeplakate wirken, dazu, die Fische eigentlich unkenntlich zu machen.
Ein Beispiel für eine gestaltauflosende Körperzeichnung und Körperfärbung ist der Langnasen Büschelbarsch (Oxycirrhites typus). Dessen rot weiss karierte Färbung verbirgt den Fisch ideal, wenn er, wie normalerweise üblich, auf Gorgonein ruht. Die sich kreuzenden Gorgoneinäste und dazwischenliegenden Lücken verschmelzen mit der Färbung des Fisches und machen ein sofortiges Erkennen schwierig.
Sehr ähnlich verhält es sich auch bei den Rotfeuerfischen. Ihre dunkelhell gezeichenten Flecken und Bänder und die deutlich verlängerten Strahlen der Brust und Rückenflossen scheinen extra dafür gebaut zu sein, den Fisch zwischen den Korallen zu verbergen.
Gestalt, Färbung und Verhalten zusamen fördern die Überlebenschancen. Ein bekanntes Beispiel sind die Trompetenfischen (Gattung Aulostomus). Obwohl diese eine Grösse von einem Meter erreichen können, machen sie sich meist durch bewegungsloses Verharren kopfüber zwischen den Ästen von Hornkorallen unsichtbar. In der Strömung schwebend warten die Tiere auf kleien Fische, die kurzzeitig Schutz in der Koralle suchen. Mit nur weingen, kaum wahrnehmbaren Flossenschlägen bewegt sich der Trompetenfisch, öffnet sein Maul und saugt blitzartig die Beute ein. Dieser eigenartige Fisch, langgestreckt und scheinbar harmlos, ist ein listiger Jäger, der auch die Technik des Trojanischen Pferdes unter Wasser anwedet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen