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Montag, 9. Dezember 2013

Leben im Korallenriff - Symbiosen

Symbiose und Parasitismus

http://www.amedscubabali.com

Unter einer Symbiose versteht man das Zusammenleben unterschiedlicher Arten zum gegenseitigen Nutzen beider Partner. 

Pygmeenseepferdchen sind perfekt an ihre Gorgonie angepasst
Partnergarnele in ihrer Anemone
Da das Korallenriff die artenreichste Lebensgemeinschaft der Biosphäre bildet, fordert der gleichzeitige Mangel an Nährstoffen und Raum komplexe aufeinander abgestimmte Bevölkerungsmuster. Die hohe Artendichte hat daher stufenweise zu einer durch Konkurrenz um die knappen Ressourcen voneinander abgegrenzten zwischenartlichen Beziehung zwischen den Riffbewohnern auch hier in Bali geführt. Diese Symbiosen können bei unseren Tauchgängen mit unserem Amed Scuba Team entdeckt werden und diese Tauchgänge können von unserer Haubiologin in kleinen Vorträgen vorgestellt werden.

Langnasenbüschelbarsch mit seiner Gorgonie
Die Tiere haben bei der Symbiose Mechanismen der Kommunikation und gegenseitigen Anpassung entwickelt, wobei eine der häufigsten Formen die Symbiosen (sym[gr.] zusammen und bios [gr.] leben) darstellen.
Amed Scuba Bali - Office am Sunsetpoint
Eine Symbiose ist das Zusammenleben unterschiedlicher Arten zum gegenseitigen Nutzen. Nicht nur Lebewesen der selben Art schliessen sich zu Lebensgemeinschaften zusammen sondern auch artverschiedene Tiere gehen recht unterschiedliche, interspezifische Bindungen ein.
Pom-pom or Boxer Crab (Lybia edmondsoni) mit Anemone zur Verteidigung
Wichtig für die Definition der Symbiose ist, dass die Tiere nicht der selben Art angehören dürfen. Auch im täglichen Sprachgebrauch benutzt man das Wort Symbiose und meint damit ein Zusammenleben auf partnerschaftlicher Ebene. In der biologischen Definition müssen die Tiere jedoch verschiedener Art sein. Symbiose wird deutlich, wenn man all die verschiedenen Formen von Vergesellschaftung (Soziation) betrachtet und miteinander vergleicht und die unterschiedlichen Stufungen innerhalb der Lebensgemeinschaften vergleicht - vom Parasitismus über den Kommensalismus bis zum Mutualismus.
Parasitismus:
Der Wirt wird vom Gast deutlich geschädigt
Kommensalismus:
Wörtlich "Tischgenossen" - der Wirt wird nicht erkennbar vom Gast geschädigt
Mutualismus:
Zusammenleben mit gegenseitigem Nutzen
Aber auch bei einer gut eingespielten Symbiose handelt es sich um ein stetiges Konkurrenzverhältnis zwischen den beteiligten Arten.
Es lassen sich drei Symbiosetypen einordnen:
http://www.amedscubabali.com
Kommensalismus
 
Schiffshalter auf Blaupunktrochen
Kardinalsbarsch im Seeigel
Hier ist der Nutzen nicht gegenseitig, sondern eine Art profitiert von der gemeinsamen Beziehung, die andere erleidet keinen Schaden, z.B. bei dem Schiffshalter (Echeneis naucrates). Sie heften sich mit ihrer Rückenflosse, die morphologisch zu einer Saugscheibe auf Vakuumbasis umgeformt ist, an einen größeren Fisch. Hier entsteht eine Nahrungs- und Schutzgemeinschaft von der der Schiffshalter profitiert. Das Ausmaß des Nutzens den die Partner aus der symbiotischen Assoziation ziehen ist häufig – zumal unter Wasser – wegen der komplexen Wechselwirkung schwer zu erkennen. So wurde später erst festgestellt, dass auch der Wirt von dieser Symbiose profitiert, da er von Parasiten befreit wird. Daher spricht man in diesem Fall eher von einer fakultativen Symbiose.
Der kleine Barsch legt in den Seeigel seine Eier, wo diese vor Fressfeinden durch die langen Stacheln geschützt werden. Es ist bisher nicht bekannt, dass der Seeingel von dieser Symbiose einen Vorteil hat.

Abgesehen davon, dass die Kategorisierung komplexer Phänomene schwierig ist, hängt eine Einordnung nicht zuletzt vom jeweiligen Forschungsstand ab.

Fakultative Symbiose

Bei der fakultativen Symbiose ziehen beide Partner Nutzen aus der Beziehung. Sie sind jedoch nicht aufeinander angewiesen.
Z.B. der Putzerfisch (Labroides dimiatus)
Wimpelfische reinigen die Mondfische
In einer speziellen Putzerstation reinigt der Putzerfisch andere Arten von Fischen von Parasiten. Auch wenn der Ort stabil bleibt, wechseln doch die Fische, die kommen, um sich putzen zu lassen. Eingeleitet wird der Vorgang durch spezielle Schlüsselreize der beiden Tiere, wobei der Putzerfisch zur Einleitung einen ganz bestimmten Tanz aufführt, der dem anderen Fisch signalisiert, dass er zum Reinigen bereit ist.
Dieses Verhalten des Putzerfisches macht sich auch der Parasit Aspidontus taeniatus zu nutze. Dieser falsche Puterfisch sieht dem echten zum verwechseln ähnlich und imitiert sein Vorbild perfekt. Auf diese Weise kann er sich seinem Wirten nähern, ohne dass dieser Verdacht schöpft. Der Parasit tanzt, bis der Wird sich entspannt aufstellt und bereit zum reinigen ist, dann nähert sich der Parasit, um ein Stück Fleisch aus ihm heraus zu beißen ( Batesische Mimikry).


Obligate Symbiose

Eine obligate Symbiose findet sich im Zusammenleben zwischen Zooxanthellen und ihrem Korallenpolypen. Hier ist keiner der beiden Symbiosepartner mehr in der Lage ohne den anderen auf Dauer zu überleben. Wenn man die Korallenstöcke, Anemonen und Schwämme näher betrachtet, so nimmt man eine bräunlich-grünliche Färbung war. Die Ursache dafür sind die sogenannten Zooxanthellen
RANDALL'S SHRIMPGOBY
(Amblyeleotris randalli)
(verschiedene Symbiodinium Arten). Diese winzigen gelbbraunen einzelligen Algen leben photoautotroph und produzieren mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser im Prozess der Photosynthese Zucker und Sauerstoff und vermehren sich in den Zellen der riffbildenden Korallen. Sie versorgen die Riffbildenden Korallen unter anderem mit ihrem Abfallprodukt Zucker. Ein Korallenpolyp hat einen Zooxanthellenbestand von ca. 1 Million Algenzellen pro cm². Überzählige Algen werden abgestossen. Juvenile Korallen müssen zuerst mit den Zooxanthellen infiziert werden, hingegen geben lebendgebärende Korallenarten ihren Larven ihren Symbionten die Zooxanthelle bereits mit.
Bei der sogenannten Endosymbiose handelt es sich um die engste aller Symbioseformen. Algen und tierische Zellen stehen in einem regen Nährstoffaustausch. Verschiedene Produkte wie Zucker, Glyzerin und Aminosäuren werden von den Polypen übernommen und in die körpereigene Struktur teilweise mit eingebaut. Zooxanthellen sind von immenser Bedeutung für das gesamte Korallenriff, denn ohne die zusätzlichen Nährungsstoffe, die sie erzeugen können viele Korallen nicht überleben.
Bei der sogenannten Korallenbleiche (Bleaching) stossen die Korallen die mit ihnen in Gemeinschaft lebenden Zooxanthellen ab und verliert dadurch ihre Farbe. Es konnte beobachtet werden, dass Korallen ab Temperaturen von 29°C mit teilweisem ausbleichen reagieren, ab 32°C werden alle Algen innert weniger Stunden abgestoßen. Das hängt mit dem durch den Anstieg der Temperatur erhöhten Photosyntheseleistung (RGT- Regel) zusammen. Die Zoochlorellen erzeugen zu viel Sauerstoff und das Wasser um die Koralle wird dadurch zu sauer und würde das Kalkgerüst der Riffbildenden Koralle angreifen. Längerdauernde Erwärmungen der Ozeane können deshalb ganze Riffe gefährden. Zooxanthellen spielen zudem eine entscheidende Rolle bei der Kalkbildung selbst. Dies wird in dem Blogteil „Ein Dream-Team in Gefahr“ genauer beschrieben.
Nicht nur die hohe Artendichte eines Riffes hat stufenweise zu zwischenartlichen Beziehungen geführt sondern auch die unterschiedlichen Formen der Symbiosen haben zu dieser hohen Artendichte beigetragen. Dies führt zu schellen biologischen Nährstoffkreisläufen. Eine dieser engen Beziehungen umspannt die so genannte Mördermuschel (Tridacna sp.). Die Muschel lebt in fakultativer Symbiose mit autotrophen Zooxanthellen, die ihnen Farbe geben und sie mit Zucker aus der Photosynthese versorgen. Gleichzeitig lebt die Muschel aber auch kommensalistisch indem sie von einem roten Krustenschwamm (Mycale fistulifera) überzogen wird, auf dem wiederum in obligater Symbiose Polypen der Schirmqualle (Nausthoe sp.) wachsen. In dieser komplexen Beziehung sind auf engstem Raum vier Tierstämme sensibel miteinander vergesellschaftet.

Bei weiteren Fragen wendet Euch an Amed Scuba Bali.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Symbiose und Antibiose im Korallenriff

„In all works on Natural History, we constantly find details of the marvoelous adaption of animals to there food, their habits, and the localities in which they are found“ Alfred R. Wallace, Naturalist 1823 – 1913

Wallace, ein Zeitgenosse von Charles Darwin, nach dem die durch Indonesien verlaufende Trennlinie zwischen der Eurasischen und der Australischen Kontinentalplatte bezeichnet ist, forschte in Indonesien und stellte unabhängig von Darwin fest, dass eine Anpassung der Lebewesen an Ihren Lebensraum zu verzeichnen ist. Die sogennnante Walace Linie verläuft zwischen Bali und Lombok und lässt zwei zoologisch verschiedene Zonen und Lebensgemeinsachften aufeinander treffen, die hier in Indonesien eines der artenreichsten Korarallenriffe dieser Welt entstehen lassen.
Da das Korallenriff die artenreichste Lebensgemeinschaft der Biosphäre bildet, fordert der gleichzeitige Mangel an Nährstoffen und Raum komplexe aufeinander abgestimmte Bevölkerungsmuster innerhalb des resourcenarmen Korallenriffraumes. Die hohe Artendichte hat daher stufenweise zu einer durch Konkurrenz um die knappen Ressourcen voneinander abgegrenzte zwischenartliche Beziehung zwischen den Riffbewohnern geführt. Die Tiere die am Besten an ihren Lebensraum angepasst sind überleben und gelangen zur Fortpflanzung.
Die Tiere haben dabei Mechanismen der Anpassung, der Kommunikation und gegenseitigen Anpassung entwickelt. Eine der häufigsten Form des Zusammenlebens stellt die Symbiose (sym[gr.] zusammen und bios [gr.] leben) dar. Eine Symbiose ist ein gemeinsames Leben verschiedener Arten zum gegenseitigen Nutzen. Aber auch bei einer gut eingespielten Symbiose handelt es sich um ein stetiges Konkurrenzverhältnis zwischen den beteiligten Arten.

Es lassen sich drei Symbiosetypen einordnen:
  1. Kommensalismus
    Schiffshalter auf Blaupunktrochen
Hier ist der Nutzen nicht gegenseitig, sondern eine Art profitiert von der gemeinsamen Beziehung, die andere erleidet keinen Schaden, z.B. bei dem Schiffshalter (Echeneis naucrates). Er heftet sich mit seiner Rückenflosse, die morphologisch zu einer Saugscheibe auf Vakuumbasis umgeformt ist, an einen größeren Fisch. Hier entsteht eine Nahrungs- und Schutzgemeinschaft von der der Schiffshalter profitiert. Das Ausmaß des Nutzens, den die Partner aus der symbiotischen Assoziation ziehen, ist häufig – zumal unter Wasser – wegen der komplexen Wechselwirkung schwer zu erkennen. So wurde im Laufe der Forschung festgestellt, dass auch der Wirt von dieser Symbiose profitiert, da er von Parasiten befreit wird. Daher spricht man in diesem Fall eher von einer fakultativen Symbiose.
Abgesehen davon, dass die Kategorisierung komplexer Phänomene schwierig ist, hängt eine Einordnung nicht zuletzt vom jeweiligen Forschungsstand ab.

  1. Fakultative Symbiose
    Clownfisch mit Anemone
Bei der fakultativen Symbiose ziehen beide Partner Nutzen aus der Beziehung. Sie sind jedoch nicht aufeinander angewiesen z.B. der Putzerfisch (Labroides dimiatus)
In einer speziellen Putzerstation reinigt der Putzerfisch andere Arten von Fischen von Parasiten. Auch wenn der Ort stabil bleibt, wechseln doch die Fische, die kommen, um sich putzen zu lassen. Eingeleitet wird der Vorgang durch spezielle Schlüsselreize der beiden Tiere, wobei der Putzerfisch zur Einleitung einen ganz bestimmten Tanz aufführt, der dem anderen Fisch signalisiert, dass er zum Reinigen bereit ist.
Dieses Verhalten des Putzerfisches macht sich auch der Parasit Aspidontus taeniatus zu nutze. Dieser falsche Puterfisch sieht dem echten zum verwechseln ähnlich und imitiert sein Vorbild perfekt. Auf diese Weise kann er sich seinem Wirten nähern, ohne dass dieser Verdacht schöpft. Der Parasit tanzt, bis der Wirt sich entspannt aufstellt und bereit zum Reinigen ist, dann nähert sich der Parasit, um ein Stück Fleisch aus ihm heraus zu beißen ( Batesische Mimikry).

  1. Obligate Symbiose
Eine obligate Symbiose findet sich im Zusammenleben zwischen Zooxanthellen und ihrem Korallenpolypen. Hier ist keiner der beiden Symbiosepartner mehr in der Lage ohne den anderen auf Dauer zu überleben. Dies wird in dem Blogteil „Ein Dream-Team in Gefahr“ genauer beschrieben.
Auster mit Bewuchs

Nicht nur die hohe Artendichte eines Riffes hat stufenweise zu zwischenartlichen Beziehungen geführt sondern auch die unterschiedlichen Formen der Symbiosen haben zu dieser hohen Artendichte beigetragen. Dies führt zu schellen biologischen Nährstoffkreisläufen. Eine dieser engen Beziehungen umspannt die so genannte Mördermuschel (Tridacna sp.). Die Muschel lebt in fakultativer Symbiose mit autotrophen Zooxanthellen, die ihnen Farbe geben und sie mit Zucker aus der Photosynthese versorgen. Gleichzeitig lebt die Muschel aber auch kommensalistisch indem sie von einem roten Krustenschwamm (Mycale fistulifera) überzogen wird, auf dem wiederum in obligater Symbiose Polypen der Schirmqualle (Nausthoe sp.) wachsen. In dieser komplexen Beziehung sind auf engstem Raum vier Tierstämme sensibel miteinander vergesellschaftet.
http://www.amedscubabali.com
E-Mail: halloscuba@yahoo.com

    4. Antibiose
Unter einer Antibiose versteht man das Zusammenleben von unterschiedlichen Arten, bei der der eine der Partner die Lebensäusserungen des anderen Partners einengt, sein Wachstum hemmt oder sogar seinen Tod verursacht.

Bei dem Kampf um die kanppen Resourcen im Korallenriff ist dies eine Möglichkeit potentielle Konkurrenten um den zur Verfügung stehenden Raum auszuschalten. Man kann diese Antibiosen auch in der zwischenartlichen Konkurrenz zwischen unterschiedlichen Korallen beobachten.
Die Antibiosen werden durch Substanzen verursacht, die demgemäß als Antibiotika bezeichnet werden. Marine Organismen produzieren eine Reihe antibiotisch oder giftig wirkender Substanzen. Diese werden während der Wachstumsphase ins Meer entlassen und hemmen potentielle Konkurrenten um die knappen Resourcen in ihrer Ausbreitung. Antibiosen lassen sich bei praktisch allen Organismen nachweisen, die ihre Oberfläche nicht mechanisch von Besiedlern freihalten können, wie bei Bakterien, Algen, Plankton, Schwämmen, Seescheiden, Seewalzen, Weich- und Hartkorallen und Gorgonien.
Schwämme zum Beispiel sondern Stoffe aus, die gegen Bakterien und Pilze wirken und auch Stoffe werden abgesondert, die die Zellteilung von Seeigel-Eiern hemmen.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Ökosystem Korallenriff


Grüße von Amed Scuba
Korallenriffe formen eines der wichtigsten Ökosysteme unserer Erde indem sie sowohl gegen das offene Meer als auch gegen das Land ein mehr oder weniger abgegrenztes ökologisches Gebilde mit einem eigenen Stoff- und Energiefluss bilden.
Dabei steht der Existenz der artenreichsten Biosphäre unserer Erde - in der schätzungsweise eine Million Arten an das Riff gebunden sind-, ein ausgesprochener Mangel an Nährstoffen und Raum für die Tiere gegenüber. Diese knappen lebenswichtigen Ressourcen müssen sich die hier lebenden Organismen teilen. Dies macht das Korallenriff so wunderbar vielfältig und empfindlich zugleich.
Das Korallenriff ist eine hauptsächlich von hermatypischen Korallen auf einer Fläche von ungefähr
Amed Scuba
600.000km2 aufgebaute Struktur. Dieses Riff ist so groß, das es erheblich die ökologischen Faktoren seiner Umgebung beeinflusst. 

http://www.amed-scuba.de
Die Konsistenz des Riffes ist hinreichend fest, um den heranbrausenden Wellen zu widerstehen und die Küste vor Erosion zu schützen. Die Riffstruktur beeinflusst maßgeblich die Zusammensetzung ihrer Lebensgemeinschaften indem sie einen vielfältigen und charakteristisch gegliederten Raum für spezifisch an dieses Riff angepasste Riffbewohner bietet. Denn die verschiedenen Riffbereiche bieten ihren jeweiligen Lebensgemeinschaften verschiedener Populationen alle relevanten Umweltfaktoren, um es zu besiedeln und bilden damit ihr Biotop.Das empfindliche Zusammenleben im Korallenriff hängt von der Beachtung der vielfältigen wechselseitigen Beziehungen der Organismen untereinander ab, da die
Amed Scuba Bali, Tauchen mit Freunden
Lebewesen in einer solchen Lebensgemeinschaft oder Biozönose in einem besonders ausgeprägten gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis voneinander stehen und von den Lebens- und Verhaltensweisen dieser abhängen.
Korallenriffe findet man fast ausschließlich zwischen dem 30° nördlicher und 30° südlicher Breite. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren beschränken die Korallenriffe gerade auf diese Gebiete? Die Komplexität und Variabilität der Biotope am Korallenriff sind von einer beträchtlichen Vielfalt abiotischer und biotischer Bedingungen gekennzeichnet, die die Korallenriffe auf bestimmte Gebiete der Erde begrenzen. Als limitierend für das Riffwachstum zeigen sich vor allem die Temperatur, die Lichtintensität und der Salzgehalt des Wassers, welche die Kalksynthese und das Zusammenleben der riffbauenden Korallen und ihrer in Symbiose lebenden Alge beeinflussen.
Obwohl ein Korallenriff sich als ein nährstoffarmer (oligotropher) Lebensraum darstellt, liefert die Photosynthese innerhalb der Grenzen des Riffes die Menge an
Amed Scuba Bali
organischem Kohlenstoff, die zur Aufrechterhaltung aller darin lebenden Organismen erforderlich ist. Denn trotz des Nährstoffmangels besitzen Korallenriffe eine der höchsten Primärproduktionsraten innerhalb aller natürlichen Ökosysteme. Es handelt sich dabei um ein mehr oder weniger geschlossenes System. Um einen Nährstoffverlust zu minimieren, sind im Riff möglichst viele Inhaltsstoffe in der Biomasse der Rifforganismen gebunden. Daher sollte man keine Teile aus dem Ökosystem Korallenriff entfernen, denn alle werden in dem nährstoffarmen Lebensraum zum Wiederaufbau benötigt! Auch das Ökosystem Korallenriff benötigt eine positive Nährstoffbilanz. Organische Nährstoffe werden zumeist von den Riffbewohners sofort wieder verwertet und in den Stoffkreislauf mit eingebunden. Daher zeichnet sich ein Korallenriff auch durch permanente Auf- und Abbauprozesse aus. Primärproduzenten, die für diese benötigte positive Stoffbilanz sorgen, sind die autotrophen Zooxanthellen, die mit den riffbildenden Korallen in einer endogenen Symbiose zusammenleben.
Tauchen in Bali mit Amed Scuba http://www.amed-scuba.de

Weitere Informationen findet Ihr in der Webseite von Amed Scuba in Bali. Als Biologin kann ich Euch hier nicht nur theoretisch Informationen geben sondern gleich mit Euch zusammen abtauchen und alles vor Ort in den Korallenriffen Balis beobachten.

Korallenriffe formen eines der wichtigsten Ökosysteme unserer
Korallengarten in Amed
Erde indem sie sowohl gegen das offene Meer als auch gegen das Land ein mehr oder weniger abgegrenztes ökologisches Gebilde mit einem eigenen Stoff- und Energiefluss bilden. Dieses Ökosystem wird sowohl von biotischen als auch von abiotischen Bedingungen beeinflusst.
Ökosystem Korallenriff, Amed Scuba
Dabei steht der Existenz der artenreichsten Biosphäre unserer Erde - in der schätzungsweise eine Million Arten an das Riff gebunden sind-, ein ausgesprochener Mangel an Nährstoffen und Raum für die Tiere gegenüber. Diese knappen lebenswichtigen Ressourcen müssen sich die hier lebenden Organismen teilen. Dies macht das Korallenriff so wunderbar vielfältig, empfindlich und spannend zugleich. Korallenriffe gehören nicht nur zu den artenreichsten sondern auch zu den produktivsten und gleichzeitig auch zu den gefährdetsten
Lebensräumen dieser Erde. Innerhalb recht enger Toleranzgrenzen für Temperatur, Lichteinfall, Nährstoffe und Karbonate gedeihen in diesem sensiblen Gleichgewicht im Indopazifik eine hohe Biodiversität mit knapp 800 verschiedene Steinkorallenarten, über 4000 verschiedene Fischarten, über 2000 Muschelarten, über 2000 verschiedene Schwammarten und über 1200 verschiedene Stachelhäuter Arten. Aus diesem Grund werden Korallenriffe oftmals die Regenwälder der Ozeane genannt.
Abiotische Faktoren limitieren das Riffwachstum und begrenzen es auf bestimmte Regionen in der Welt. Dazu gehören durchschnittliche Wassertemperaturen von ca. 25 - 26 Grad Celsius (zwischen 20 und 29 Grad Celsius - also ca. 22 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt) und Lichtverhältnisse bei denen der Symbiont noch Photosynthese betreiben kann. Daher wachsen die durch ihren Symbionten weitgehend autotrophen riffbildenden Korallen im  Korallengürtel in den sonnendurchfluteten Oberflächenschichten des Tropengürtels. Diese bieten die erforderlichen biologischen, physikalischen, geochemischen und klimatischen Vorraussetzungen für das üppige Wachstum der riffbildenden (hermatypischen) Steinkorallen und anderen kalkabscheidenden Skelettbildnern. Bei Acroporen wird das Optimum in 1-5 Meter Meerstiefe auf dem Riffdach erreicht und reicht bis in eine Tiefe von ca. 15 Metern hinunter. Die Strahlungsintensität liegt im Optimum zwischen 330 - 410 μmol (ca. 15.000 - 20.000 Lux). Neben einem festen Untergrund benötigen Steinkorallen daher klares lichtdurchflutetes Wasser, um zu wachsen.
Man schätzt die weltweite Ausdehnung von Korallenriffen auf ca. 284.000 km2, was nur ca. 0,1 % der Gesamtfläche der Ozeane abdeckt. Obwohl die Riffe nur eine im Verhältnis zum Ozean kleine Fläche einnehmen, ist ihre Bedeutung jedoch enorm. Ca. 1km2 gesunden Korallenriffes ist in der Lage ca 300 Menschen zu ernähren und mit Proteinen zu versorgen und dies ist vor allem in den Bevölkerungsreichen Riffen des Indopazifiks der Fall, wo sich ca. 92% aller Riffe befinden. 

Der Nährstoffmangel im oligotrophen Ozean begünstigt durch fehlende Sedimente und sehr klares Wasser - bis in hohe Tiefen hinunter - das Korallenwachstum. Im Gegensatz zur Vielfalt der in einem Korallengarten existierenden Biodiversität und der Fülle des Lebens ist das umgebende Wasser extrem nährstoffarm und die Konzentration der darin schwebenden tiereishcen und pflanzlichen Lebenwesen sind entsprechend gering. Wie schafft es ein Korallenriff trotzdem weiter zu wachseln unter solch widrigen Umständen? Optimale Wachstumsbedingungen finden die riffbauenden Organismen bei einem durchschnittlichen
Amed Scuba - bunter Korallengarten bei Amed
Salzgehalt im Sommer von 36 Promille. Die Stoffkreisläufe im Korallenriff sind kurz geschlossen und freiwerdende organische Stoffe werden sofort wieder ins Riff eingebaut. Dabei sind vor allem der Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Phospat und Schwefelkreislauf zu berücksichtigen. Und wichtig für die heterotrophen Korallen, die ohne ihren autotrophen Symbionten gar nicht in der Lage wären anorganische Stoffe aufzunehmen, da sie von den Pflanzen zunächst in organische Substanz eingebaut wird, wie zum Beispiel Stickstoff in Nitrat und Ammonium, der Kohlenstoff in Glucose, Sulfat in Form von Sulfid und so weiter. Hierfür ist nicht allein die Zooxanthelle zuständig, auch Bakterien bevölkern einen Korallenpolypen. 
Die Primärproduktionsrate im Riff gehört mit ca 4-7 g photosyntetisch fixiertem Kohlenstoff pro Quatratmeter und pro Tag zu den höchsten marinen Werten überhaupt. Wie kann das sein, wo das umgebende Wasser doch so nährstoffarm ist? Zum großen Teil verbrauchen die Konsumenten innerhalb des Riffes die Energie sofort wieder selber. Die Photosynthese und Zellatmung heben sich innerhalb der Riffgemeinschaft gegenseitig auf. Dabei bleibt unter dem Strick Netto für den Export kaum etwas übrieg. Daher bleibt der Fischereiertrag am Ende trotz hoher Produktion an der Basis der Riffnahrungskette gering. Überfischung und herausnahme von wichtigen Fischen aus der Gemeinschaft wie der Doktorfische und der Papageienfische, die das Riff reinigen und sauber halten, kann schnell zum Zusammenbruch des Ökosystems beitragen. Für ein intaktes Riff ist ein ausgewogenes und stark vernetztes tropisches Gefüge unabdingbar, da das intensive recylen der limitierenden Ressourcen ein wichtiges Element der Riffgesundheit darstellt und ein Schlüssel zum sogenannten Nährstoffparadoxon darstellt. Recycling innerhalb des Riffes ist also unabdingbar und daher dürfen keine Organismen aus dem Riff entnommen werden. 
Faßgroße Schwämme wie Xestospongia filtrieren Millionen Liter Wasser pro Tag
Des weiteren ist die Filterfunktion innerhalb eines Riffes unglaublich wichtig. Trotz des glasklaren Wassers enthält die Umgebung suspensierende und gelöster Stoffe, wenn auch nur in geringer Konzentration. Durch Wellen und Strömung werden permanent auch aus der Umgebung des Riffes Nährstoffe dem Korallenriff zugetragen. Für die hohe Filterleistung des Riffes und des Fixierens dieser umgebenden Nährstoffe sind neben den Fischen auch Filtrierer wie z.B. Korallen, Polychaeten, Muscheln, Wurmschnecken, Ascidien und Schwämme verantwortlich, die das heranschwebende Plankton gerne als Nahrung annehmen. Diese Filtrierer erstellen häufig klebrige Netze aus einem Proteinschleim, in dem sich die Schwebteilchen verfangen. Diese Schleimproduktion ist für die pelago.menthische Kopplung im Korallenriff von Bedeutung, denn sie fangen suspendierte Partikel damit in ihrer klebrigen Matrix ein und bilden daraus Aggregate (sog. Marine Snow). Ersteinmal verklumpt, so sinken die eingefangenen Nährstoffe schnell auf den Boden und werden von den Destruenten mineralisiert und die Nährstoffe stehen sofort wieder dem Korallenriff zur Verfügung. Oder sie nehmen die Nahrung durch Suspension über die Cilien auf, die mit Hilfe eines eigenen Wasserstroms kleinste Phyto-. und Bakterioplanktonpartikel aus dem umgebenden Meerwasser filtern. Fische, Korallen und Schwämme haben sich darauf spezialisiert, schwebendes Plankton zu erbeuten. Dabei sind Korallen und Fische in der Lage bereits 20 bis 80 % der Biomasse des heranströmenden Planktons zu fressen. Den Rest erledigen die Hydrozoen, Weichkorallen, Gorgonien, Seefedern Seeanemonen und Fischlarven. "Wall of Mouth", nennt man daher die meisten tagaktiven Fische, die in dichten Schwärmen auf der strömungszugewandten Seite des Riffs stehen und anströmendes Plankton in sich aufnehmen. Ein Korallenriff ist halt kein in sich abgeschlossener Raum sondern offen mit dem umbebenden Meer verbunden, das Nährstoffe und Nahrung in das Riff einträgt. Ein Sieb für viele dieser kleinen organischen Partikel sind die Schwämme, die eine sehr wichtige Aufgabe im Riff zu erfüllen haben. Ein Schwamm ist dabei in der Lage 4 bis 24 s eine Wassermenge zu filtern, die seinem eigenen Körpervolumen entspricht. Bei einem fassgroßen Schwamm wie Xestospongia entspricht das mehreren Millionen Litern pro Tag. 
Das Korallenriff ist eine hauptsächlich von hermatypischen Korallen auf einer Fläche von ungefähr 600.000 km2 aufgebaute Struktur. Dieses Riff ist so groß, das es erheblich die ökologischen Faktoren seiner Umgebung und der ganzen Welt
Korallenriffe werden durch biotische und abiotische Faktoren stark beeinflusst, Amed Scuba
beeinflusst. Die Konsistenz des Riffes ist hinreichend fest, um den heranbrausenden Wellen zu widerstehen und die Küste vor Erosion zu schützen. Die Riffstruktur beeinflusst maßgeblich die Zusammensetzung ihrer Lebensgemeinschaften indem sie einen vielfältigen und charakteristisch gegliederten Raum für spezifisch an dieses Riff angepasste Riffbewohner bietet. Denn die verschiedenen Riffbereiche bieten ihren jeweiligen Lebensgemeinschaften verschiedener Populationen alle relevanten Umweltfaktoren, um es zu besiedeln und bilden damit ihr Biotop.Das empfindliche Zusammenleben im Korallenriff hängt von der Beachtung der vielfältigen wechselseitigen Beziehungen der Organismen untereinander ab, da die Lebewesen in einer solchen Lebensgemeinschaft oder Biozönose in einem besonders ausgeprägten gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis voneinander stehen und von den Lebens- und Verhaltensweisen dieser abhängen.
Korallenriffe in Bali mit Amed Scuba

Korallenriffe findet man fast ausschließlich zwischen dem 30° nördlicher und 30° südlicher Breite. Es stellt sich die Frage, welche Faktoren beschränken die Korallenriffe gerade auf diese Gebiete? Die Komplexität und Variabilität der Biotope am Korallenriff sind von einer beträchtlichen Vielfalt abiotischer und biotischer Bedingungen gekennzeichnet, die die Korallenriffe auf bestimmte Gebiete der Erde begrenzen. Als limitierend für das
Riffwachstum zeigen sich vor allem die Temperatur, die Lichtintensität und der Salzgehalt des Wassers, welche die Kalksynthese und das Zusammenleben der riffbauenden Korallen und ihrer in Symbiose lebenden Alge beeinflussen. Tropischen Korallen leben zumeist in einer engen Symbiose mit einzelligen Algen (Zooxanthellen) der Gattung Symbiodinium. Nicht die Koralle selbst, sondern ihr Symbiont benötigt viel Licht für die Photosynthese und daher wachsen riffbildende Korallen bevorzugt in Tiefen von 0 bis 40m. Zu viele Schwebstoffe im Wasser verringern auch die Lichtintensität und stören die empfindlichen Polypen. Im Flachwasser findet man bevorzugt in den Brandungszonen die langsam wachsenden Porites Arten. Die weit verzweigten Agropora Arten finden sich bevorzugt ausserhalb der eigentlichen Brandungszone. Innerhalb des Brandungsbereiches entwickeln sie eine viel kompaktere Wuchsform und verzweigen sich stärker ausserhalb des Brandungsbereiches. Dabei sind Porites Arten mit ihrem schweren Skelett sehr viel resistenter auch höheren Temperaturen gegenüber, während Agropora Arten auch nach dem Abbrechen schnell auch auf nicht so festem Untergrund anwachsen. Aber dazu später mehr, wenn von der Erosion des Korallengartens die Rede sein wird. Es gibt aber auch Schwachlichtspezialisten. Obwohl ein Korallenriff sich als ein nährstoffarmer (oligotropher) Lebensraum darstellt, liefert die Photosynthese innerhalb der Grenzen des Riffes die Menge an organischem Kohlenstoff, die zur Aufrechterhaltung aller darin lebenden Organismen erforderlich ist. Anorganischer Kohlenstoff kann aus der Luft aufgenommen und im Wasser gelöst werden. Entweder wird es direkt von autotrophen Lebewesen aufgenommen (Pflanzen oder Phytoplankton) oder es reagiert mit Wasser zu Kohlensäure H2Co3. Diese Kohlensäure kann mit freien Wasserstoffionen zu Hydrogenkarbonat und zu Carbonat instabil reagieren oder es reagiert zu Calciumcarbonat, was die Grundlage der Schalen von Krebsen, Korallen, oder Muschelschalen ist. Kohlenstoffdioxid von Pflanzen oder Plankton aufgenommen, erzeugt mit Wasser und der Hilfe von Sonnenlicht die Glucose bei der Fotosynthese. Denn trotz des Nährstoffmangels besitzen Korallenriffe eine der höchsten Primärproduktionsraten innerhalb aller natürlichen Ökosysteme. Es handelt sich dabei um ein mehr oder weniger geschlossenes System. Um einen Nährstoffverlust zu minimieren, sind im Riff möglichst viele Inhaltsstoffe in der Biomasse der Rifforganismen gebunden. Sterben sie, so werden essentielle Minarlstoffe zum Aufbau der Biomasse sofort wieder zerlegt und freigesetzt und müssen dann wieder vom Plankton aufgenommen und für den Stoffkreislauf aufgearbeitet werden. Daher sollte man keine Teile aus dem Ökosystem Korallenriff entfernen, denn alle Mineralstoffe werden in dem nährstoffarmen Lebensraum zum Wiederaufbau benötigt! Auch das Ökosystem Korallenriff benötigt eine positive Nährstoffbilanz. Organische Nährstoffe werden zumeist von den Riffbewohners sofort wieder verwertet und in den Stoffkreislauf mit eingebunden. Daher zeichnet sich ein Korallenriff auch durch permanente Auf- und Abbauprozesse aus. Primärproduzenten, die für diese benötigte positive Stoffbilanz sorgen, sind die autotrophen Zooxanthellen, die mit den riffbildenden Korallen in einer endogenen Symbiose zusammenleben.
Weitere Informationen findet Ihr in der Webseite von Amed Scuba in Bali. Als Biologin kann ich Euch hier nicht nur theoretisch Informationen geben sondern gleich mit Euch zusammen abtauchen und alles vor Ort in den Korallenriffen Balis beobachten.
More about Reef Ecology you will find in the following block page about Reef Ecology in Bali. 
Amed Scuba, Hausriffe
Mehr zu abiotischen Faktoren beim Riffwachstum erfahrt Ihr unter:
Heinz Krimmer, Netzwerk Korallenriff

http:http://amedscuba.blogspot.de/2009/07/abiotische-faktoren-beim-riffwachstum.html//amedscuba.blogspot.de/2009/07/abiotische-faktoren-beim-riffwachstum.html 

Korallensterben - Ein Dream-Team in Gefahr

Amed Scuba, Tischkorallen in Amed

Amed Scuba, Agropora Hartkoralle
Eine Zusammenarbeit von unschätzbarem Wert leisten Myriaden kleiner Algen -die so genannten Zooxanthellen (Symbiodinium microachiaticum) - in Zusammenarbeit mit ein bis zehn Millimeter großen Korallenpolypen. Symbiont und Wirt entwickeln dabei Unterwasserlandschaften von unglaublicher Formen- und Farbenpracht, die sogar vom Weltraum aus zu sehen sind und die hier auf Bali unberührt über Jahrhunderte eine besondere Pracht entwickelt haben. Die kleine Grünalge lebt als Symbiont in den gastrodermalen Zellen ihrer Wirtskoralle. Der Periplast schützt die Algenzelle vor der Verdauung durch die Korallenlysosomen. Auf engstem Raum können durch diese Koppelung der Partner die jeweiligen Stoffwechselreaktionen direkt aufeinander angepasst werden und laufen somit wesentlich ökonomischer ab und Verluste können in dem nährstoffarmen Milieu des Korallenriffes vermieden werden. Das Größenverhältnis zwischen Koralle und Alge liegt im Bereich 0,7 bis 1,2. Das bedeutet, dass ungefähr die Hälfte des Polypen aus pflanzlichem Material besteht. Um ein Riff aufzubauen, müssen die Korallen in der Lage sein sowohl Kolonien zu bilden als auch diese durch ein Kalkgerüst miteinander zu verbinden. Die Korallen bilden ihr Kalkskelett indem sie gelöste Calciumionen (Ca++) mit Bicarbonat zu festem Calciumcarbonat verbinden. Die Konzentration der Karbonationen im Wasser ist wichtig für alle kalkbildenden Organismen zu denen z.B. auch die Seesterne, Muscheln usw. neben den Korallen gehören.
Ca+++2 [HCO3-] <--> CaCO3+H2O+CO2
Amed Scuba, Weich-und Hartkorallen bauen das Riff auf.

<-->Bei dieser Reaktion entsteht auch CO2, das sich mit Wasser zu Kohlensäure verbinden würde, wenn es nicht aus dem Stoffkreislauf entfernt wird. Das würde den Riffaufbau
Tafelkoralle, Amed Scuba
erheblich verlangsamen bzw. stoppen, da die Säure den Kalk wieder löst. Die Ozeane würden saurer und das Verhältnis der Kohlenstoff- und Kalkverbindungen würde sich verschieben. Die Algen verarbeiten jedoch tagsüber das CO2 bei ihrer Photosynthese und kurbeln gleichzeitig die Bildung von Kalziumcarbonat an. Die Bindung von Kohlenstoff an das Riff beträgt zwischen 4-6g/m3/d. Im offenen Ozean bindet sich im Vergleich nur 0,06 bis 0,5g/m3/d Kohlenstoff. Die Bindung des Kohlenstoffes, aber auch anderer anorganischer Mineralstoffe, wie Stickstoff, Phosphat, Schwefel, erfolgt über photoautotrophe Algen wie sie in der Koralle als Symbiont leben.  Ohne photosynthetisch aktive Primärproduzenten wäre ein Riffleben daher gar nicht vorstellbar. Das bis zu 10mal schnellere Wachstum der Korallen ist ausschließlich dieser endosymbiotischen Beziehung zwischen Korallenpolyp und seiner Alge
Amed Scuba, Riffformation
zu verdanken. Denn bei der Photosynthese liefert die kleine Alge ihrem Wirten gleichzeitig den benötigten Sauerstoff und ca. 90 % der von der Koralle assimilierten Kohlenhydrate -aber auch Glycerin und Fettsäuren- für deren Energiegewinnung bei der Zellatmung. Gleichzeitig nimmt die Alge giftige Stoffwechselendprodukte ihres Wirten auf und verarbeitet das bei der Verdauung anfallende Ammoniak zu z.B. Aminosäuren. Auf dieser Symbiose beruht die gewaltige Produktivität des nährstoffarmen Ökosystems. Denn der Stoffwechselkreislauf zwischen Koralle und Alge, der sich im Meer gewöhnlich über viele Stufen der Nahrungskette mit daraus resultierenden hohen Verlusten abspielt, ist in der Symbiose zwischen Alge und Koralle kurz geschlossen!
Amed Scuba, Riffformation in Amed

<-->Die Anwesenheit von Zooxanthellen erklärt auch, warum sich das Riffwachstum auf die von den abiotischen Faktoren festgelegten Gebiete beschränken muss. Die lebensnotwendige Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit des Stoffwechsels des autotrophen Korallensymbionten ist zum einen das Licht und zum anderen die Temperatur.
Die Zooxanthellen absorbieren das Licht bei einem Spektrum zwischen 440-670nm (sie arbeiten jedoch am effektivsten zwischen 490-540nm). Diese Wellenlängen finden sich in einer Tiefe zwischen 20 bis 30m. Das direkt unter der Wasseroberfläche noch recht starke UV-Licht (200-400nm) kann dagegen die biochemischen Prozesse der Alge sogar beeinträchtigen. Um ihren Symbionten vor dieser schädlichen UV-Strahlung zu schützen, geben z.B. Acropora Korallenpolypen Aminosäuren wie Palythin und Glymycosporin als „Sonnencreme“ ab. Dieser Sonnenschutz absorbiert die
Amed Scuba, Riffformation in Bali


UV-Strahlung zwischen den Wellenlängen 310 bis 330 Nanometer. Bei zu wenig Licht ist der Polyp umgekehrt in der Lage aktiv seine Oberfläche auszudehnen, um mehr Licht für seinen Symbionten einzufangen. Diese lebenswichtige Symbiose zwischen Wirt und Symbionten kann jedoch abrupt enden, wenn die Alge unter Stress gerät. Ursachen für diesen Stress können die oben erwähnte zu hohe UV-Strahlung sein, Gifte im Wasser (z.B. zu hoher bzw. zu niedriger Salzgehalt) und eine durch die globale Erwärmung bedingte stetig steigende Wassertemperatur. Am besten gedeihen die Korallen bei gleichmäßigen
Amed Scuba, Lederkorallen finden sich im flachen Wasser
Temperaturen zwischen 25 und 29 Grad, wie man sie z.B. an Ostküsten von Kontinenten und auch hier bei uns in Amed permanent vorfindet. Die Korallenriffe sind auch hier stark bedroht, denn durch die globale Erwärmung steigt nicht nur der Meeresspiegel sichtbar an, sondern es ist auch zu befürchten, dass die Wärme sich fatal auf die Korallengärten auswirken wird. 

Dabei ist der Ozean seit beginn unseres Industriezeitalters einer unserer Hauptpuffer für das Hohlendioxid. Das Meer nimmt ca. 30% aller Kohlenstoffdioxidausstöße aus der Atmosphäre auf, wodurch das Meer den schnellen Anstieg der mit zur globalen Erwärmung beitragenden Kohlenstoffdioxidwerte abpuffert. Jedoch löst CO2 eine folgenreiche chemische Reaktion in Kraft. Wenn sich zu viel CO2 im Meer befindet und nicht gebunden wird, entsteht Kohlensäure und der pH-Wert sinkt und macht das Meer saurer. Dadurch nimmt auch die wie oben beschriebene, freie Menge an Karbonationen, die kalkbildende Organismen zum Aufbau ihres Skelettes benötigen ab. Als Reaktion auf den Stress durch permanent zu hohe Temperaturen und die Verauerung des Ozeans stoßen die Polypen ihre Zooxanthellen ab und erbleichen. Das so genannte „Coral Bleaching“ Korallenbleiche setzt ein. Dauert der Auszug der Alge länger als ein paar Wochen an, gehen dem Polypen die Energievorräte aus, die die photoautotroph arbeitende Alge ihm liefert. Die in Abhängigkeit von der Alge und dadurch phototrophisch lebenden Korallen müssen sterben, wenn ihr Symbiont nicht wieder zu ihnen zurück kehrt. Alan Strong vom Forschungszentrum Camp Springs in Maryland, der Sattelitenaufnahmen auswertet, sagt: „Erfahrungsgemäß setzt Korallenbleiche dort ein, wo der monatliche Mittelwert der Meerestemperatur an der Oberfläche das bisherige Maximum in einer Region um mehr als ein Grad Celsius überschreitet.“ Bei einer erhöhten Wassertemperatur schwindet die Fähigkeit der Zooxanthellen mit Hilfe des Lichtes, Wassers und Kohlenstoffdioxids daraus den für die Polypen lebenswichtigen Zucker zu erstellen. Stattdessen produzieren die Algen instabile reaktive Moleküle, woraufhin der Polyp seinen lebensnotwendigen Symbionten abstößt. Der Korallenpolyp muss somit mehr Energie aufbringen, um seine lebensnotwenigen Prozesse aufrecht erhalten zu können. Es fehlt ihm dann die Energie, um sich ausreichend vor gegen weitere Umweltbelastungen zur Wehr zu setzen. Der Schutz der Korallenriffe sollte unser aller Anliegen sein! Bieten sie doch Heimat für eine unzählige Zahl unterschiedlicher Arten. Verschwinden nur wenige Arten, so zieht dies das Sterben anderer Arten nach sich, da in dem empfindliche nährstoffarme Leben im Riff die Arten in enger Abhängigkeit voneinander leben. Und hier leben ebenfalls ca. ein Viertel der Fischarten der Erde, die Millionen von Menschen ernähren und damit Nahrungs- und Einkommensquelle nicht nur für die Anwohner darstellen. Korallenriffe gelten als Fundgrube für unzählige Pharmazeutika, als Wellenbrecher schützen sie die Küsten und ihre Bewohner und auch für den Tourismus bieten sie eine Attraktion. Weltweit wird der Kampf um die Rettung der Riffe zum Wettlauf gegen die Zeit. Die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre gefährdet die Korallen nicht nur indirekt. Durch die
Amed Scuba, Im Riff teilen sich die Tiere den knappen Raum
Globale Erwärmung ist eine Zunahme von Kohlendioxid in der Luft zu verzeichnen, das durch Regen zurück auf die Erde gespühlt wird und vor allem in die Meere gelangt und diese sauer werden lässt. Das Kohlendioxid schädigt dabei direkt durch die entstehende Kohlensäure, welches den Kalk der Korallen allmählich auflöst. Betroffen sind die Gehäuse der Schnecken, die Schalen der Muscheln und die Skelette der Korallen. Die Tiere bilden dabei jedoch auch unterschiedliche Kalkskelette aus. Manche Korallen bilden sogenannte Argonit-Kalk andere bauen eine Kalzit Struktur auf, die Kalke bewirken eine große Pufferkapazität des Meeres und lassen die Riffe wachsen. Nicht alle Korallen scheinen gleich auf die Versauerung der Meere zu reagieren. Wissenschaftler des Instituto di Scienze Marine in Venedig (ISMAR) konnten nachweisen, das sich die Korallen der Argonit Strukturen gegen die Versauerung besser schützen können. Porites und Acropora Arten haben die Fähigkeit entwickelt, ihren pH-Wert im Inneren zu erhöhen und auf diese Weise den sinkenden pH-Wert des Meerwassers zu puffern. (siehe Aquanaut, Ausgabe Nr. 1/2 2013, Afrika, S.92 ) Eine Entwarnung stellt dies jedoch nicht dar, denn neben der globalen Erwärmung tragen noch andere Umweltfaktoren zum Korallensterben bei. Blühende Unterwasserlandschaften von großer Arten und Formenfülle wie wir sie zur Zeit in Amed bewundern können oder artenarme Unterwasserwüsten, die Zukunft wird uns zeigen, wie unsere Korallenriffe sich entwickeln werden. 



Riffschutz
Tragen auch Sie zum Schutz dieser Korallenriffe bei, indem sie nichts aus den empfindlichen nährstoffarmen Riffen entfernen! Brechen Sie keine der langsam wachsenden Korallen ab oder erwerben sie diese auch nicht käuflich als Schmuck! Werfen Sie keinen Müll ins Wasser und beteiligen Sie sich an der Müllvermeidung! 
Besonders Gerätetaucher müssen wegen ihrer Ausrüstung ausgesprochen vorsichtig sein und können einiges zum Riffschutz beitragen:
Wichtig ist zunächst eine sichere Tarierungskontrolle! Durch sichere Kontrolle der Auftriebskraft lässt sich Schaden an den Korallen häufig vermeiden. Des Öfteren werden Schäden am Korallenriff von Tauchern verursacht, die ihre Tarierung nicht ausreichend beherrschen, die zu schnell beim Abstieg sinken und dabei auf Korallen fallen.
Achten Sie darauf, dass Ihre Gewichte stimmen und Sie nicht zu viel Blei aufgelegt haben. Sind Sie überbleit, so sinken Ihre Füße nach unten und können dabei Korallen verletzen.
Lernen sie die Auftriebskraft auszugleichen, indem sie unter Wasser entspannen und ihren Atemrhythmus verlangsamen.
Tauchen Sie nur im Korallenriff, wenn sie darin geübt sind.
Wenn Sie längere Zeit nicht getaucht sind, können sie bei der Tarierung außer Übung geraten sein. Nehmen Sie sich die Zeit mit dem Tauchlehrer einen Auffrischungstauchgang zu unternehmen, bevor Sie ins Riff hinein gehen. Die Auffrischung sollte an einer Stelle stattfinden, an der Sie keine Korallen zerstören.
Beim Fotografieren achten Sie darauf, dass Sie nicht gegen Korallen stoßen, während Sie sich auf das Objekt konzentrieren, das Sie fotografieren wollen.
Überprüfen Sie, dass Ihr Tiefen- und Druckmessgerät nicht am Boden entlang schleift, wo es Korallen zerstören kann.
Wenn Sie unter Überhängen entlang oder in Höhlen hinein tauchen, so achten Sie darauf, ausreichend Abstand zu lassen, da Sie auch noch einen Tank auf dem Rücken haben. Vermeiden Sie Gedränge an engen Plätzen.
Luftblasen steigen in Höhlen nach oben auf und sammeln sich in den Nischen des Höhlendaches, wo sie die dort lebenden Organismen in der ausgeatmeten Luft regelrecht ersticken.
Sammeln Sie umher treibendes Plastik und sonstigen Müll aus den Korallengärten, da dieser Müll die Korallenpolypen ersticken kann.
Helfen Sie mit die Korallen von Algenüberwuchs zu reinigen.
Entfernen Sie keine im Korallengarten lebenden Organismen aus dem Meer.
Taucher können dazu beitragen die Gesundheit der Riffe und anderer Küstenökosysteme zu überwachen. Wenn Sie einen Tauchurlaub machen wollen, sollten Sie erwägen, ob Sie an einem der Überwachungsprojekte teilnehmen können, die zum aktiven Riffschutz unternommen werden.

Korallenbleiche in Bali

Beim Tauchen in Bali ist diese Korallenbleiche bereits deutlich zu sehen. Entlang der Nordostküste von Bali finden sich die schönsten Korallenriffe mit einem enormen Artenreichtum. Von Permuteran in Buleleng nach Amed in Karangasem lässt sich ein rasches Fortschreiten der Korallenbleiche feststellen. Dringend muss gehandelt werden, um die schlimmsten Folgen auf Balis Korallenriffe abwenden zu können, berichtet die indonesische Gruppe der Reef Check Indonesia Foundation (RCIF).
Das Fortschreiten der Korallenbleiche muss besonders im Raum um Amed festgestellt werden. Rund 40% des Hartkorallenbewuchses sind in diesem Raum betroffen. In Tulamben hingegen, was ca. 15 Minuten von Amed entfernt liegt, scheinen nur ca. 10 % des Hartkorallenbestandes von der Korallenbleiche betroffen zu sein.
RCIF hat zu einem sechs Punkte Plan aufgerufen, um ein Zerstören der Korallen zu minimieren. Hauptursache für die Korallenbleiche ist zunächst einmal die erhöhte Wassertemperatur, welche in Bunutan im Monat November am Riffrand bereits 33° C und in 10m Tiefe bei 30 °C lag. Während die Korallenbleiche fortschreitet sind im Schnitt Temperaturen zwischen 29°C und 30°C in den Riffen um Amed zu verzeichnen.
Die Korallenspezialistin Naneng Seiasih, die das Projekt der RCIF leitet, sagt das Fortschreiten der Korallenbleiche erfordert eine Zusammenarbeit, um seine Auswirkung zu managen.
Neunzehn Arten von Hartkorallen und vier Arten von Weichkorallen wurden als betroffen identifiziert und vier weitere Arten von Hartkorallen sind teilweise betroffen.
Der sechs Punkte Plan sieht vor:
Ein strikteres Management der zu schützenden Gebiete, um Zerstörungen an Korallen vorzubeugen und zu verhindern.
Destruktive Angelmethoden wie sprengen oder vergiften sollen verboten werden.
Algen von toten Korallen entfernen, damit diese sich verjüngen können.
Darauf zu achten, das Füttern von Pflanzen fressenden Fischen zu reduzieren oder komplett zu verbieten, denn diese säubern die Korallen von den sie überwuchernden Algen.
Die Taucher sollen besser ausgebildet werden (z.B. durch bessere Tarierung), um einen Kontakt mit den Korallen zu minimieren.
Gesucht werden Volontiere, die das Riff beobachten und Berichte an Reef Check senden.

Eine Untersuchung der Hartkorallen in Südbali entlang des internationalen Ngurah Rai Flughafens im Jahre 2005 hat ergeben, dass sogar 75% der getesteten Hartkorallen von der Korallenbleiche betroffen sind. Eine weitere Untersuchung im Folgenden Jahr stellte fest, dass es keine Weichkorallen in diesem Gebiet mehr gab. RCIF sagt, Indonesien war auf verschiedene Art beeinflusst vom Phänomen der globalen Massen Korallenbleiche in den Jahren 1997-98. Berichten zu Folge waren letztendlich die Hälfte der Hartkorallen davon betroffen. Im Bali Barat Nationalpark waren von der Korallenbleiche 100 % der Korallen betroffen. Um die Gili Inseln in Lombok beeinflusste die Korallenbleiche ca. 90% des gesamten Gebietes. Anderswo beeinflusste die Korallenbleiche die Korallen im Seribu National Park im Osten Kilimantans und in Karimunjawa, wo 50-60% der Korallen starben.
Ebenfalls hoch sind die ökonomischen Kosten der Riffzerstörung. Die Riffzerstörung hat finanzielle Einbussen in der Fischereiindustrie und im Tourismus zur Folge.
Ein Report gibt an, dass wenn es zu einem weiteren Korallensterben in den nächsten 50 Jahren in Südost Asien kommt, mit finanziellen Schäden in Höhe von 38 Billionen US-Dollar zu Rechnen ist.
Steigende Wassertemperaturen sind sicherlich ein Grund für die Korallenbleiche in einigen Gebieten. Einige Spezialisten sagen voraus, nachdem sie die Toleranzbereiche der Korallenbleiche über die letzten 100 Jahre studiert haben, das ab dem Jahr 2020 die Korallenbleiche ein jährlich wiederkehrendes Phänomen sein wird.
Amed Scuba, Das Korallenriff lebt im Gleichgewicht

In Bali sind Korallenriffe ein kritischer ökonomischer Bereich sowohl für den Tourismus als auch für die Fischerei Industrie. Nachweislich investieren Touristen weniger in Gebiete mit Korallendegeneration und eine reduzierte Korallendecke reduziert auch die Anzahl der Fische. Eine Studie vermutet, dass eine Zerstörung der Korallendecke um mehr als 10 Prozent eine Reduzierung des Fischbestandes eines Gebietes um 62 Prozent zur Folge hat. „Wir können nicht die Globale Erwärmung verhindern, aber zusammen können wir die Auswirkung auf Natur und auf Menschen reduzieren“, sagt Naneng Setiasih auf der Pressekonferenz in Denpasar, wo die Resultate des RCIF Studie bekannt gegeben worden sind. Sie sagt weiter, ein erster Schritt müsse sein die lokalen Riffe zu schützen indem man andere Belastungen reduziert und dadurch erreicht das Riff gegen weiteres Ausbleichen zu stärken. Das müsse verschiedene Sektoren der Gesellschaft betreffen vom Fischereimanagement bis hin zum Tourismus Sektor. Bali entwickelt gerade ein marines Konservierungsgebiet und viele der ökofreundlichen Tourismusanbieter helfen den Druck auf unsere Riffe zu reduzieren indem sie den Korallenraubbau beseitigen, Boyen anstatt Anker für die Boote benutzen und Reinigungsaktionen organisieren. Flächenaufteilung war ein Bereich des Riff Managements und die technische Intervention kann zur Beschleunigung der Wiederherstellung des Riffes genutzt werden. Gemäß der Gesellschaftsordnung müssen diese in ein kontinuierliches Netzwerk von Aktivitäten zugeschnitten sein, die die wissenschaftlichen Erkenntnisse fördert, welche die Identifizierung der Korallenresistenz und ihre Widerstandskraft fördert und welches die Entwicklung des marinen Konservierungsmanagements unterstützt.
Die Gesellschaft sagt, sie erhalte bereits Unterstützung von der Regierung und von Nicht-Regierungsorganisationen (NGO´s). Regierungsprogramme unterstützen die Rifferforschung und die Widerherstellungsmaßnahmen. Balis Ministerium für Marine Angelegenheiten und für Fischereiwesen möchte helfen indem es Informationen direkt durch die Medien und kommunalen Gruppen weiterreicht.
Amed Scuba gibt Einheimischen Arbeit und Bildung

NGO´s und die Universitäten in Bali wie zum Beispiel das Mitra Bahasa Konservatorium sind in einem Partner Projekt vereinigt, das sich auf das Management von Küsten und Marinen Ressourcen konzentriert, diese sind Partner des Regierungsprojektes, welches eine Forschungsgruppe organisiert, die die Korallenriffentwicklung im Kontext auf die Globale Erwärmung hin erforschen soll. Die indonesische Marine Tourismusgesellschaft Balis will sich für umweltfreundlichen Tourismus engagieren und die Tourismusindustrie mit in das Sammeln von Daten über die Korallenbleiche mit einbinden. Soweit die Welt Koservierungsgesellschaft und die Bahtera Nusantar Gesellschaft will sich für das Projekt stark machen.
Aktuelles zum Korallensterben, Februar 2017

https://www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/aktuelles/das-sagen-die-experten/weisse-weihnachten-unter-wasser.html

Während sich manch einer hierzulande eine weißere Weihnacht gewünscht hätte, hat sich in anderen Weltgegenden eine ganz andere Art der weißen Pracht in den vergangenen Monaten zu einem großen Problem entwickelt: Rund um den Globus bleichen zurzeit Korallenriffe aus. Das sorgt für gespenstisch weiße Landschaften unter Wasser. Für die Korallen und die ganze Lebensgemeinschaft eines Riffes ist eine solche Bleiche häufig tödlich.
Der Korallenriffökologe Dr. Sebastian Ferse leitet seit 2013 die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Nutzung, Resilienz und Diversität von Korallenriffen“ am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen. Er forscht zu Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur in Korallenriffen und befasst sich unter anderem mit Ökosystemfunktionen im Korallenriff und mit Riffrestauration.
Der globale Temperaturanstieg und das zuletzt besonders starke El Niño-Phänomen, einer periodischen Klimaschwankung bei der sich das Meerwasser vor allem im Pazifik deutlich erwärmt, haben vielerorts die Meere ungewöhnlich stark aufgeheizt. Dadurch wird die empfindliche Symbiose der Korallentiere und der Algenzellen, die in ihrem Gewebe leben und Photosynthese betreiben, gestört. Als Folge stoßen die Korallen ihre „Untermieter“ aus, zurück bleibt durchsichtiges Gewebe. Hält dieser Zustand über Wochen an, verhungern die Korallen.
Besonders das Große Barriereriff (Great Barrier Reef) vor Australien erregte hierbei Aufmerksamkeit: Über 90 Prozent des Riffs waren von der Bleiche betroffen, in einigen Bereichen sind bis zu zwei Drittel der Korallen abgestorben. Doch auch andere Regionen sind betroffen: In den vergangenen Wochen erreichten die Schäden am größten Riff Japans ähnliche Ausmaße.
Während stressbedingtes Ausbleichen von Korallen ein natürliches Phänomen ist, welches bereits vor rund hundert Jahren beschrieben wurde, trat eine Bleiche auf globaler Ebene zum ersten Mal Anfang der 1980er Jahre auf. Die zweite globale Bleiche fand 1997/98 statt, und die vergangenen zwei Jahre stellen nun das dritte, bisher stärkste globale Ausbleichen dar.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem rapiden Anstieg der globalen Temperatur, die der menschliche Ausstoß von Treibhausgasen verursacht. Im Zeichen des Treibhauseffekts werden die Abstände zwischen einzelnen Korallenbleichen immer kürzer. Zeit zur Regeneration bleibt den Riffen so kaum. Unter optimalen Bedingungen benötigen Riffe einige Jahrzehnte, um sich von den Schäden einer starken Bleiche zu erholen. Modellberechnungen zufolge werden jedoch bei den gegenwärtigen Emissionsraten im Jahre 2055 schon 90 Prozent aller Riffe jährlich von einer Bleiche betroffen sein.
Diese Aussichten sind jedoch kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen – vielmehr gilt es, nun rigorose Anstrengungen für den Schutz dieses einzigartigen Ökosystems zu ergreifen. An erster Stelle stehen hier Maßnahmen zur Einhaltung der im Pariser Vertrag vereinbarten Klimaschutzziele. Vielerorts sind Riffe allerdings auch durch lokale Faktoren wie Überfischung, hohe Nährstoffeinträge ins Meer und Habitat-Zerstörung, wie Küstenbebauung oder Dynamitfischerei, beeinträchtigt. Wenn diese Faktoren erfolgreich angegangen werden, kann ein Teil der Riffe die Phase des rapiden Klimawandels überstehen und als Ausgangspunkt für die Wiederbesiedlung benachbarter Regionen dienen.
Diese Maßnahmen sind mit hohen Kosten verbunden. Allerdings ist der gesellschaftliche Nutzen intakter Korallenriffe immens. Er wird auf acht Billionen Euro jährlich geschätzt. Denn tropische Riffe bieten mehr „Dienstleistungen“ als jedes andere Ökosystem auf unserem Planeten. Sie schützen unsere Küsten und bieten vielfältige Nahrungsressourcen – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Wollt Ihr uns helfen zum Schutz beizutragen und mit uns zusammen abzutauchen, schreibt an Amed Scuba Bali.